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Den richtigen Seeräuberton finden

Das war schon sehr schön, ein bisschen höher an dieser Stelle, ein wenig schneller – so in etwa lauten die freundlich-kritischen Ermunterungen, die Martin Schwengner aus dem Glaskasten des Anklamer Tonstudios an die Sänger vor der Scheibe gibt. An den Mikrofonen stehen Rieke Clasen, die die Franziska von Pommern spielen wird und der spätere Captain, Philipp Haase. Sie singen den gefühligen Song „Weh mir“. Klar, es geht es um Liebe - aber erst mal geht es darum, die richtigen Töne zu treffen. Da hat der Regisseur Martin Schneider, der um ein wenig mehr Frisch-Verliebten-Ausdruck in der Stimme bittet, zunächst wenig Chancen. Das kommt später.

In "Die Spelunke am Donnerberg" geht es darum, dass Seeräuber für Comtesse Franzika von Pommern Lösegeld erpressen wollen. Das klappt nicht so ganz. Dafür klappt es mit der Liebe. Die Geschichte orientiert sich an dem Klassiker „Das Wirtshaus im Spessart“ und verlegt die Handlung aus dem düsteren Schwarzwald an den nicht minderen gruseligen Donnerberg, den es tatsächlich in Barth gibt. Neben dem Gefühlssong gibt es noch ordentliche Gassenhauer, wie „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ oder „Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Kiste“. Wie man sich dafür in die entsprechende raue Seemannsfröhlichkeit im nüchternen Tonstudio bringt, ist noch ein Geheimnis. Aber sicher nicht mit Rum.

Premiere: Die Spelunke am Donnerberg, Sonnabend, 15. Juli, 19.30 Uhr im Barther Theater Garten. Gespielt wird bis zum 1. September, jeweils montags, donnerstags und sonnabends.

Karten unter 03971 2688800 und auf theatergarten.boddenbuehne.de